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Basteleien & Gedanken

KGD Kurz Geratener Dipol

Der KGD ist eine Entwicklung einer kleiner Arbeitsgruppe der DL-QRP-AG.  Die Zielgruppe dieser Antenne sind, die  „Antennengeschädigten“. Persönlich zähle ich mich eigentlich nicht zu dieser Gruppe.

Grosse /lange Antennen in großer Höhe funktionieren immer besser als die, so genannten, Kompromissantennen. Das ist auch mir bekannt aber, die Faszination das eine Lange Antenne in großer Höhe tadellos spielt, hält sich in Grenzen. Mich faszinieren immer wieder die kleinen, kompakten, Antennen; mit welchen man sehr gut funken kann.  Mein Favorit war bisher immer die Magnetische Loop Antenne. Diesmal sollte es was neues werden, etwas sehr kompaktes. Ich habe mich im Netz ein bisschen umgesehen und bin auf verschiedene „Wunderantennen“ gestossen: Microvert, Roomcap, Dosenantennen und wie sie alle heißen. Bauplänen gibt es bis zum abwinken, manche sogar gegen Bezahlung…. Keine dieser Antennen konnte mich richtig überzeugen, am Schluss lief es immer auf ein strahlendes Koaxkabel mit Dachkapazität hinaus…

Dann bin ich auf den KGD gestossen : Klein, einfach aufzubauen, SYMMETRISCH, und sie strahlt. Hi

Es gab diese Antenne als Bausatz, dieser ist nicht mehr verfügbar, die Bauanleitung steht aber immer noch zur Verfügung, und zwar HIER

Das Material welches ich zur Verfügung hatte, wich von den Abmessungen her von denen in der Anleitung ab, das heißt man muss die Spulen und Rohrkondensatoren neu berechnen.

DB3IQ hatte mal ein Excel sheet zusammengestellt mit welchem man die Spulengrösse, Windungszahl, Spukenlänge etc brechnen kann, in dem man die verschiedenen Abmessungen der Spulenkörper und Strahler in die Tabellenkalkulation eingibt.

Berechnung

Mit dieser Rechnungshilfe habe ich meinen persönlichen KGD berechnet. Ich hatte 40mm Rohr für den Spulenkörper zur Verfügung, 2mm CuL für die Spule, 15mm Kupferrohr für die Strahler. Da es sich um mein erster KGD handelt, habe ich mich für die 20m Version entschieden. Die Strahlerlänge beträgt bei meinem KGD statt den 35cm des original Projekts, jetzt 50cm. Für den Zusammenbau der Antenne habe ich mich von Material aus der HT bedient. Hier der Link für die Excel Tabelle: Berechnung KGD

 

Als erstes habe ich mittels Rohrverschraubungen die Strahler im Spulenkörper fixiert

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Als nächstes wurden die Windungen für die Spulen Aufgewickelt. Für 14.076 MHz wären das, laut Tabellenkalkulation, ungefähr 26 Windungen. Ein paar Windungen mehr können nicht schaden, kürzen geht immer leichter als anpappen 😉

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Die Spulen sollten gegensinnig gewickelt werden ! Ich habe der Antenne noch eine kleineAnschlussbox mit BNC Buchse gegönnt, in welcher dann später auch der Kondensator für die Anpassung seinen Platz findet. Für die Feinabstimmung der Resonanzfrequenz habe ich mich kleiner Teleskopantennen bedient, welche wieder mittels Rohrverschraubungen in den Enden der Rohre fixiert werden. Die Teleskopantennen haben KEINE galvanische Verbindungen zu den Rohren !

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Mittels dieser kleinen Teleskopantennen ist es möglich die Antenne auf die Gewünschte Frequenz abzustimmen. Die Teleskopantennen werden mehr oder weniger in das Rohr eingeführt und geben uns so die Möglichkeit die Resonanzfrequenz zu verschieben. Die Antenne ist sehr schmalbandig !

Die Anpassung hingegen wird durch einen Hochvoltkondensator vorgenommen. Dieser Kondensator wird parallel zum zur Einspeisung eingelötet.  In meinem  Fall habe ich mich eines 470 pF Keramikkondensators bedient (die blauen). Mirt diesem Kondensator ist es mir gelungen das SWV auf 1.1:1 zu bringen. Die Anpassung macht man am besten draußen da die Antenne, manchmal,  ziemlich zickig auf Umgebungseinflüsse reagiert.

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Der Test der Antenne ist im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser gefallen.. es goss heute wie aus Kübeln, ich wollte mit dieser Antenne trotzdem ein bisschen HF verbreiten 😀

Wenn die Antenne in Bodennähe ist, das heißt, weniger als 1/8 Lambda, sollte man sie vertikal aufbauen. Heute hatte ich diese Möglichkeit leider nicht, darum, Aufbau auf dem Fotostativ im Wohnzimmer…

Die Antenne liess sich problemlos abstimmen und war im nu bereit für den ersten Test. 30W Dauerstrich (1min, und die erste Temperaturkontrolle war angesagt: Bei den Spulen konnte man keine nennenswerte Erwärmung feststellen, der Kondensator wurde aber Warm, nicht heiss aber doch fühlbar warm. Hier muss ich mir noch was besseres einfallen lassen, sprich, einen besseren Kondensator. Mit JT65 sollte der Kondensator 45 Sekunden Durchgänge ohne heiss zu werden durchstehen.

Ich habe dann ein paar Verbindungen in JT65 getätigt, wenn ich nicht zu faul wäre CW zu lernen, hätte ich das ganze natürlich in CW gemacht, so aber muss ich mit der zweitbesten Betriebsart vorlieb nehmen 🙂

Das ganze hat auch ziemlich gut geklappt. Als Vergleichsantenne diente mir mein 12m unter Dach Dipol mit Wireman gespeist. Der KGD war in manchen Fällen um 3 bis 4 dB schlechter, in manchen Fällen, speziell beim Empfang, auch 3-4 dB besser. Ich würde sagen das der KGD ungefähr gleich gut / schlecht ist wie meine 140cm Magnetic Loop. Dies möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher testen.

Hier noch ein screenshot vom PSK Reporter.  KGD im Wohnzimmer horizontal auf Fotostativ  25W JT65

PSKreporter KGD

Die Antenne wurde mit einer MWS am Einspeisepunkt betrieben. Ich konnte keinerlei Störungen, hervorgerufen durch strahlendes Koaxkabel, beobachten.

Diese Antenne ist einfach aufzubauen und könnte sicher eine Lösung sein für die weniger glücklichen Funker sein, welche nicht die Möglichkeit haben eine End Fed oder einen Dipol auf-zu-bauen. Ich werde sicher auch die 40m oder die 80m Version bauen.

Für mich war das ganze eine positive Erfahrung.

Wer mehr über diese Antenne erfahren möchte, dem empfehle ich,  DIESE Webseite zu lesen!

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8 Kommentare zu “KGD Kurz Geratener Dipol

  1. HB9ODI
    1 April 2017

    Die muss mechanisch fest sein.

  2. Frank
    1 April 2017

    Hallo Rolf,

    ich möchte die Antenne wirklich nachbauen, deshalb noch eine zweite (und letzte :-)) Frage dazu:
    diese Verbindung zwischen den Spulen und den Alu- bzw Kupferrohren kann mechanisch fest sein, oder muss man die Rohre zum Abgleich auch entlang der Spule verschieben können?

    Danke für Deine Unterstützung.

    vy 73″ – Frank

  3. HB9ODI
    1 April 2017

    Hallo Frank.
    Schön dass Du Dich für die Antenne interessierst. Die Spulen haben eine galvanische Verbindung zu den Kupferrohren. Die Rohre musst Du Dir als Verlängerung der Spulen vorstellen. Statt Kupfer wäre Alu besser, vom Gewicht her 😉

    Viel Spass beim bauen.

    73 de Rolf HB9ODI

  4. Frank
    1 April 2017

    Hallo Rolf,
    danke für die interessante Baubeschreibung – vor allem für die Idee mit den Rohrverschraubungen und den Teleskopantennen 🙂
    Verstehe ich es richtig, dass die Kupferrohre auch keine galvanische Verbindung zu den Spulen haben?

    vy 73“- Frank

  5. HB9ODI
    6 Dezember 2016

    Da isser. http://www.qrpproject.de/kgd.htm Anderes habe ich auch nicht gefunden.Und wenn man so saublöd fragt, kriegt man meistens gar nichts. 73 de Rolf

  6. Eberhard Deinfeind
    6 Dezember 2016

    Sehr gut ! Und wo ist die Konstruktionszeichnung zum downloaden ? Es ist immer das Selbe mit Euch Fotofritzen ! Ihr könnt schöne bunte Bildchen machen und eine Menge Zeugs schreiben, aber seid nicht dazu in der Lage, das ganze mal zeichnerisch darzustellen. Wenn ich so etwas mache, dann ist eine Konstruktionszeichnung mit allen Angaben dabei ! Wann lernt Ihr das entlich mal, keine halbfertigen Beiträge ins Netz zu setzen !

  7. HB9ODI
    2 November 2015

    Ja die sollte es noch geben. Ich schau morgen mal nach. 73 de Rolf

  8. Rolf Eberhard
    2 November 2015

    Guten Abend lieber OM

    Gibt es diese Exel_ Datei noch?

    Ich würde gerne eine 40m & 17M Variante bauen.

    Beste Grüsse

    Rolf Eberhard

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 5 November 2014 von in Senza categoria und getaggt mit , , , , , .
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